Title: Falschangaben bei Subventionen: Subventionsbetrug nach § 264 StGB, Verteidigungsstrategien und Beispiele aus der Rechtsprechung
Published: 1. Juli 2024
Last modified: 17. Juli 2024

---

# Falschangaben bei Subventionen: Subventionsbetrug nach § 264 StGB, Verteidigungsstrategien und Beispiele aus der Rechtsprechung

 Veröffentlicht am 1. Juli 202417. Juli 2024

Subventionen sind staatliche Unterstützungen, die Unternehmen und Einzelpersonen
in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten entlasten sollen. Dabei handelt es sich um
finanzielle Zuwendungen, Steuervergünstigungen oder andere wirtschaftliche Vorteile.
Allerdings können falsche Angaben bei der Beantragung dieser Hilfen strafrechtliche
Konsequenzen haben. Der § 264 des Strafgesetzbuches (StGB) stellt solche Falschangaben
unter Strafe und definiert sie als Subventionsbetrug. Im Folgenden wird erläutert,
warum falsche Angaben einen Subventionsbetrug darstellen können, wie sich Betroffene
am besten verteidigen können und Beispiele aus der Rechtsprechung illustrieren die
Anwendung des Gesetzes.

#### Warum Falschangaben einen Subventionsbetrug nach § 264 StGB darstellen

Der § 264 StGB setzt voraus, dass jemand gegenüber einer Behörde oder einer anderen
für die Vergabe von Subventionen zuständigen Stelle unrichtige oder unvollständige
Angaben macht, um für sich oder einen anderen eine Subvention zu erhalten. Dies 
kann verschiedene Formen annehmen, darunter:

 1. **Unrichtige Angaben**: Wenn bewusst falsche Informationen, wie zum Beispiel über
    den Umsatz oder die Anzahl der Beschäftigten, gemacht werden.
 2. **Unvollständige Angaben**: Wenn wichtige Informationen, die für die Bewilligung
    der Subvention entscheidend sind, absichtlich weggelassen werden.
 3. **Missbrauch der erhaltenen Mittel**: Wenn die Subvention nicht für den angegebenen
    Zweck verwendet wird.

Der Zweck dieser strafrechtlichen Regelung ist es, den Missbrauch staatlicher Mittel
zu verhindern und sicherzustellen, dass die Subventionen dort ankommen, wo sie wirklich
gebraucht werden.

#### Konsequenzen des Subventionsbetrugs

Die strafrechtlichen Konsequenzen für Subventionsbetrug sind erheblich. Gemäß § 
264 StGB kann eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe verhängt
werden. In besonders schweren Fällen, wie zum Beispiel bei gewerbsmäßigem Betrug,
können die Strafen noch höher ausfallen. Darüber hinaus können zivilrechtliche Rückforderungen
und Schadensersatzansprüche seitens der staatlichen Stellen hinzukommen.

#### Verteidigungsstrategien gegen den Vorwurf des Subventionsbetrugs

Wenn jemand des Subventionsbetrugs beschuldigt wird, ist eine umsichtige Verteidigungsstrategie
entscheidend. Folgende Ansätze können dabei hilfreich sein:

 1. **Sorgfältige Prüfung der Vorwürfe**: Zunächst sollte der Beschuldigte die Vorwürfe
    genau prüfen und nachvollziehen, welche Angaben als falsch oder unvollständig angesehen
    werden. Hierbei kann ein spezialisierter Anwalt unterstützen.
 2. **Dokumentation und Nachweise**: Es ist wichtig, alle relevanten Dokumente und 
    Belege zu sammeln, die die Richtigkeit der gemachten Angaben unterstützen. Dazu
    gehören Steuererklärungen, Geschäftsunterlagen und sonstige Beweise, die die ordnungsgemäße
    Verwendung der Subventionen belegen.
 3. **Absicht und Vorsatz**: Ein wesentlicher Aspekt der Verteidigung kann darin bestehen,
    nachzuweisen, dass keine absichtliche Täuschung vorlag. Wenn beispielsweise nachgewiesen
    werden kann, dass die falschen Angaben auf einem Irrtum oder einer Fehlinterpretation
    der Antragsformulare basierten, kann dies die Strafe mildern.
 4. **Kooperation mit den Behörden**: Eine kooperative Haltung gegenüber den Ermittlungsbehörden
    kann sich positiv auf den Ausgang des Verfahrens auswirken. Dies umfasst die freiwillige
    Bereitstellung von Unterlagen und eine konstruktive Mitwirkung bei der Aufklärung
    des Sachverhalts.
 5. **Frühzeitige Rechtsberatung**: Es ist ratsam, frühzeitig einen Anwalt einzuschalten,
    der auf Wirtschaftsstrafrecht spezialisiert ist. Dieser kann eine fundierte Einschätzung
    der rechtlichen Situation geben und eine geeignete Verteidigungsstrategie entwickeln.

### Beispiele aus der Rechtsprechung

#### 1. Landgericht Berlin, Urteil vom 27. April 2021 (Az.: 529 Ks 6/20)

Ein Unternehmer hatte im Rahmen der Corona-Soforthilfen mehrere Anträge für verschiedene
Gesellschaften gestellt, die jedoch tatsächlich keine wirtschaftliche Tätigkeit 
ausübten. Das Landgericht Berlin verurteilte ihn wegen Subventionsbetrugs zu einer
Freiheitsstrafe von drei Jahren. Das Gericht stellte fest, dass der Angeklagte bewusst
falsche Angaben gemacht hatte, um die Soforthilfen zu erhalten, und betonte die 
Schwere des Missbrauchs staatlicher Mittel in Krisenzeiten.

#### 2. Oberlandesgericht Koblenz, Beschluss vom 18. August 2021 (Az.: 1 Ws 334/21)

Ein selbstständiger Handwerker hatte falsche Angaben zu seinen Einkommensverhältnissen
gemacht, um in den Genuss von Corona-Hilfen zu kommen. Das Oberlandesgericht Koblenz
bestätigte die Verurteilung wegen Subventionsbetrugs und hob hervor, dass der Angeklagte
bewusst falsche Angaben gemacht hatte, um sich wirtschaftliche Vorteile zu verschaffen.
Die Strafe wurde auf eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten festgesetzt,
die zur Bewährung ausgesetzt wurde.

#### 3. Bundesgerichtshof, Beschluss vom 3. März 2022 (Az.: 4 StR 225/21)

In einem Fall, in dem ein Gastronom falsche Angaben zu den Umsatzeinbußen während
der Pandemie gemacht hatte, entschied der Bundesgerichtshof, dass die vorsätzliche
Falschangabe einen erheblichen Betrugsschaden verursachte. Die Strafe betrug zwei
Jahre Freiheitsstrafe, die ebenfalls zur Bewährung ausgesetzt wurde, aufgrund der
umfassenden Kooperation des Angeklagten mit den Ermittlungsbehörden und seiner Reue.

### Fazit

Falschangaben bei Subventionen können schnell den Tatbestand des Subventionsbetrugs
nach § 264 StGB erfüllen und zu schweren strafrechtlichen Konsequenzen führen. Eine
sorgfältige Vorbereitung und eine umsichtige Verteidigungsstrategie sind entscheidend,
um sich gegen solche Vorwürfe zu wehren. Präventive Maßnahmen und eine transparente
Handhabung der Subventionen können helfen, rechtliche Probleme von vornherein zu
vermeiden und das Vertrauen in staatliche Unterstützungsmaßnahmen zu wahren. Beispiele
aus der Rechtsprechung verdeutlichen die Ernsthaftigkeit, mit der Gerichte Subventionsbetrug
ahnden, und unterstreichen die Notwendigkeit korrekter Angaben und verantwortungsvoller
Nutzung staatlicher Hilfen.

## Beitragsnavigation

[Warum die Einziehung nach den §§ 73 ff. StGB für Unternehmen gefährlich sein kann: Ein Blick auf die strafrechtliche Rechtsprechung](https://www.legaldefenders.de/blog/warum-die-einziehung-nach-den-%c2%a7%c2%a7-73-ff-stgb-fuer-unternehmen-gefaehrlich-sein-kann-ein-blick-auf-die-strafrechtliche-rechtsprechung/)

[Bekämpfung von Schwarzarbeit und illegaler Beschäftigung: Stopp beim Prüfungsverfahren](https://www.legaldefenders.de/blog/verwertbarkeit-von-unterlagen-aus-dem-pruefungsverfahren-nach-schwarzarbg-in-straf-und-ordnungswidrigkeitenverfahren/)