Freispruch im Online-Glücksspiel-Verfahren

Strafermittlungen gegen Nutzer von illegalen Online-Glücksspielcasinos nehmen in letzter Zeit sprunghaft zu. Behörden werten zunehmend Zahlungsdaten aus, wodurch zunehmend auch Spieler in den Fokus geraten – oft ohne, dass ihnen bewusst war, dass der genutzte Anbieter über keine deutsche Lizenz verfügt.

In einem aktuellen Strafverfahren im Zusammenhang mit Online-Glücksspiel haben Rechtsanwalt István Cocron von der Kanzlei Rechtsanwalt Cocron und Rechtsanwalt René Scheier von Legal Defenders gemeinsam einen vollständigen Freispruch für einen Mandanten erreicht.

Für den Mandanten bedeutete das Urteil nicht nur die vollständige strafrechtliche Entlastung, sondern auch die Abwendung erheblicher finanzieller Risiken.

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In diesem Blogbeitrag erfahren Sie:

  • welche strafrechtlichen Risiken für Spieler bei der Nutzung illegaler Glücksspielplattformen bestehen können
  • warum eine Anklage nicht automatisch eine Verurteilung bedeutet
  • wie eine erfolgreiche Verteidigung im Ermittlungs- oder Strafverfahren aufgebaut wird
  • wie sich Betroffene bei der Eröffnung eines Ermittlungsverfahrens gegen sie verhalten sollen

1. Ausgangslage: Vorwurf der Teilnahme am unerlaubten Online-Glücksspiel

Die Staatsanwaltschaft warf dem Mandanten die Teilnahme am unerlaubten Online-Glücksspiel (§ 285 StGB) vor. Nach ihrer Auffassung hätte der Spieler selbst prüfen müssen, ob der Anbieter auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) geführt wird.

Damit nicht genug. Zeitweise stand sogar der Verdacht der Geldwäsche im Raum – ein Vorwurf, der für Betroffene erhebliche Konsequenzen haben kann.

Zusätzlich beantragte die Staatsanwaltschaft die Abschöpfung von über 68.000 Euro an Zwischengewinnen (§§ 73 ff. StGB). Für viele Beschuldigte stellt gerade dieses finanzielle Risiko eine massive Belastung dar, mehr noch als das strafrechtliche Risiko.

Das Ergebnis: vollständige Entlastung

Nach der Hauptverhandlung stellte das Gericht klar:

Der Angeklagte wird freigesprochen.

Die Kosten des Verfahrens trägt die Staatskasse.

Das Gericht sah kein strafbares Verhalten des Spielers als erwiesen an. Für den Mandanten bedeutete das nicht nur die strafrechtliche Entlastung, sondern auch das Ende einer erheblichen persönlichen und finanziellen Unsicherheit.

Was Betroffene daraus lernen können

Viele Betroffene reagieren auf Vorladungen oder Ermittlungsverfahren zu spät oder falsch – häufig aus Angst oder Unsicherheit. Der aktuelle Freispruch zeigt jedoch deutlich.

2. Eine Anklage bedeutet nicht automatisch eine Verurteilung

Entscheidend ist, wie früh und wie strategisch die Verteidigung aufgebaut wird. Gerade bei Online-Glücksspiel-Verfahren sind die rechtlichen Fragen komplex. Wer hier ohne klare Strategie handelt, riskiert unnötige Aussagen, finanzielle Nachteile oder vermeidbare Fehler im Verfahren.

Parallel zum Strafverfahren werden zudem oft zivilrechtliche Möglichkeiten geprüft – insbesondere die Rückforderung von Spielverlusten.

Die Rechtsanwalt Cocron GmbH & Co. KG (Berlin und München) vertritt bundesweit Mandanten in Kooperation mit Rechtsanwalt René Scheier sowohl in Strafverfahren als auch bei der Durchsetzung möglicher Rückforderungsansprüche.

3. So sollten Betroffene jetzt handeln

Wer eine Vorladung, Anhörung oder Anklage erhält, sollte nichts überstürzen. Bewährt haben sich insbesondere folgende Schritte:

  • Keine Aussagen ohne anwaltliche Beratung
  • Schweigerecht konsequent nutzen
  • Keine eigenen schriftlichen Erklärungen abgeben
  • Frühzeitig einen spezialisierten Verteidiger einschalten
  • Akteneinsicht beantragen lassen
  • Beweislage und Risiken professionell analysieren lassen
  • Eine individuelle Verteidigungsstrategie entwickeln
  • Parallel zivilrechtliche Ansprüche prüfen lassen

Unser Fazit

Auch in vermeintlich aussichtslosen Situationen bestehen realistische Verteidigungschancen. Wer frühzeitig professionell handelt, kann den Verlauf eines Strafverfahrens entscheidend beeinflussen – strafrechtlich wie finanziell.

mit Kryptowährungen handelt, sollte die AWV-Meldepflicht daher unbedingt im Blick behalten.

Ins Visier der Ermittler geraten? Lassen Sie jetzt Ihre rechtliche Situation prüfen

Wenn gegen Sie wegen Online-Glücksspiels ermittelt wird oder Sie eine Vorladung erhalten haben, empfiehlt sich eine frühzeitige rechtliche Prüfung der Vorwürfe.

Kontaktieren Sie uns gerne für eine erste Einschätzung.

Vielen Dank für Ihre Anfrage. Sie werden umgehend kontaktiert.

Über RA René Scheier und RA István Cocoron

Ihr Anwalt für Strafermittlungen und Verteidigung

René Scheier ist Rechtsanwalt mit Schwerpunkt im Wirtschaftsstrafrecht.

Er verteidigt regelmäßig Spieler, Vermittler und Anbieter in Ermittlungsverfahren wegen illegalen Online-Glücksspiels. Ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf der frühen Verteidigung im Ermittlungsverfahren und der Prüfung, ob die gesetzlichen Voraussetzungen einer Strafbarkeit überhaupt vorliegen.

Ihr Anwalt für Zivilrecht und Rückforderungen

https://ra-cocron.de/

István Cocron ist Rechtsanwalt und befasst sich seit vielen Jahren mit der zivilrechtlichen Rückforderung von Verlusten aus Online-Glücksspiel. Über 3.000 Mandanten hat er bereits gegenüber illegalen Glücksspielplattformen vertreten. In der rechtlichen Bewertung spielt es dabei keine Rolle, wie hoch die verlorenen Beträge sind. Auch kleinere Beträge können grundsätzlich von illegalen Anbietern zurückgefordert werden.

FAQ

Was kann ich tun, wenn gegen mich ein Ermittlungsverfahren wegen illegalem Online-Glücksspiel eröffnet wird?

Wenn gegen Sie ein Ermittlungsverfahren wegen unerlaubten Glücksspiels (§ 285 StGB) geführt wird, sollten Sie zunächst keine Aussagen gegenüber Polizei oder Staatsanwaltschaft machen, bevor Sie anwaltlichen Rat eingeholt haben. In vielen Fällen lässt sich erst nach Akteneinsicht beurteilen, welche konkreten Vorwürfe erhoben werden und welche Verteidigungsstrategie sinnvoll ist. Eine frühzeitige anwaltliche Prüfung kann entscheidend sein, um Risiken richtig einzuschätzen und Fehler im Verfahren zu vermeiden.

Wie kann ich verhindern, dass Gewinne oder Gelder eingezogen werden?

In Verfahren wegen illegalen Online-Glücksspiels beantragen Staatsanwaltschaften häufig die Einziehung von Gewinnen oder sogenannten Zwischengewinnen (§§ 73 ff. StGB). Ob eine solche Vermögensabschöpfung rechtlich zulässig ist, hängt stark vom Einzelfall ab. Eine sorgfältige Prüfung der Vorwürfe und der zugrunde liegenden Zahlungsströme kann entscheidend sein, um unberechtigte Einziehungen abzuwehren.

Wie sollte ich bei einem Ermittlungsverfahren mit Behörden kommunizieren?

Viele Betroffene machen den Fehler, sich frühzeitig gegenüber Ermittlungsbehörden zu erklären. In der Praxis kann dies jedoch nachteilig sein. In den meisten Fällen ist es sinnvoll, zunächst vom Schweigerecht Gebrauch zu machen und die Kommunikation über einen Anwalt führen zu lassen. So kann zunächst geprüft werden, welche Beweise tatsächlich vorliegen und wie eine Verteidigung strategisch aufgebaut werden sollte.

Muss ich selbst prüfen, ob ein Online-Casino eine deutsche Lizenz hat?

Nach Auffassung einiger Staatsanwaltschaften kann Spielern eine solche Prüfungspflicht zugerechnet werden. Ob daraus tatsächlich eine Strafbarkeit folgt, ist jedoch eine komplexe rechtliche Frage, die im Einzelfall geprüft werden muss.

Können Spieler Verluste aus illegalem Online-Glücksspiel zurückfordern?

Ja. In vielen Fällen bestehen zivilrechtliche Rückforderungsansprüche gegen Anbieter, wenn diese in Deutschland ohne gültige Lizenz tätig waren. Die rechtlichen Fragen sind dabei grundsätzlich unabhängig davon, ob es sich um kleinere oder größere Beträge handelt.

Kann ein Strafverfahren meine Rückforderungsansprüche beeinflussen?

Ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren gegen Spieler bedeutet nicht automatisch, dass keine zivilrechtlichen Ansprüche bestehen. In der Praxis werden beide Aspekte häufig parallel geprüft. Gerade deshalb ist es sinnvoll, sowohl die strafrechtliche Situation als auch mögliche Rückforderungen frühzeitig rechtlich prüfen zu lassen.