Title: Steuerhinterziehung über der Millionengrenze: Warum eine Bewährungsstrafe möglich bleibt
Published: 3. Januar 2025

---

# Steuerhinterziehung über der Millionengrenze: Warum eine Bewährungsstrafe möglich bleibt

 Veröffentlicht am 3. Januar 2025

Wenn es um Steuerhinterziehung geht, gilt in der öffentlichen Wahrnehmung häufig
der Grundsatz: Ab einer Hinterziehungssumme von über einer Million Euro droht zwingend
eine Freiheitsstrafe ohne Bewährung. Doch dieses pauschale Urteil wird der rechtlichen
Realität nicht gerecht. Ein aktuelles Urteil des Landgerichts Oldenburg ([Az. 2 KLs 75/22 vom 12.09.2023](https://www.sueddeutsche.de/panorama/landgericht-oldenburg-bewaehrungsstrafe-wegen-steuerhinterziehung-in-millionenhoehe-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-240206-99-893125))
zeigt, dass die Gerichte auch bei hohen Beträgen sorgfältig abwägen und Bewährungsstrafen
durchaus möglich sind.

Das Urteil des Landgerichts wurde dem Bundesgerichtshof (BGH) vorgelegt und ist 
nun rechtskräftig. Die Entscheidung verdeutlicht, dass es keinen festen Grundsatz
gibt, der eine Bewährungsstrafe bei einer Steuerhinterziehung über der „Millionengrenze“
kategorisch ausschließt.

#### Das Urteil des Landgerichts Oldenburg

In dem verhandelten Fall vor dem Landgericht Oldenburg hatte der Angeklagte durch
falsche Angaben in Steuererklärungen eine Steuerhinterziehung in Millionenhöhe begangen.
Dennoch entschied das Gericht, dass eine Bewährungsstrafe angemessen sei. Ausschlaggebend
waren mehrere Faktoren:

 1. **Kooperation des Angeklagten**: Der Angeklagte zeigte sich kooperativ, legte ein
    umfassendes Geständnis ab und unterstützte die Ermittlungen der Behörden.
 2. **Schadenswiedergutmachung**: Ein erheblicher Teil der hinterzogenen Beträge wurde
    durch den Angeklagten zurückgezahlt.
 3. **Persönliche Umstände**: Das Gericht berücksichtigte persönliche und berufliche
    Konsequenzen, die eine Haftstrafe für den Angeklagten und sein Umfeld gehabt hätten.

Diese Aspekte führten dazu, dass das Gericht trotz der hohen Hinterziehungssumme
eine Bewährungsstrafe verhängte. Der Fall zeigt exemplarisch, dass es im Steuerstrafrecht
keine starren Regeln gibt, sondern stets eine Einzelfallprüfung erfolgt.

#### Warum gibt es keinen starren Grundsatz bei der „Millionengrenze“?

Die sogenannte Millionengrenze hat ihren Ursprung in der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs(
BGH). In früheren Entscheidungen hat der BGH festgestellt, dass ab einer Hinterziehungssumme
von einer Million Euro die Verhängung einer Freiheitsstrafe ohne Bewährung in der
Regel geboten sei. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Gerichte nicht auch abweichende
Entscheidungen treffen können. Die Gerichte sind verpflichtet, alle Umstände des
Einzelfalls zu berücksichtigen – sowohl belastende als auch entlastende.

Das Urteil des Landgerichts Oldenburg beweist, dass auch bei hohen Hinterziehungssummen
eine differenzierte Strafzumessung möglich ist. Eine starre Anwendung der Millionengrenze
würde den Grundsätzen des deutschen Strafrechts widersprechen, das immer eine individuelle
Abwägung vorsieht.

#### Warum frühzeitige anwaltliche Unterstützung entscheidend ist

Der Fall zeigt, wie entscheidend eine frühzeitige und kompetente Verteidigung im
Steuerstrafrecht ist. Die Kanzlei [Legal Defenders](https://www.legaldefenders.de/)
ist auf das Steuerstrafrecht spezialisiert und bietet Mandanten eine fundierte und
strategische Unterstützung. Dabei geht es nicht nur um die Vertretung vor Gericht,
sondern auch um die Weichenstellung im Vorfeld eines Strafverfahrens.

**Wichtige Maßnahmen, die frühzeitig getroffen werden können:**

 1. **Schadenswiedergutmachung**
    Die Rückzahlung der hinterzogenen Steuern ist ein 
    zentraler Strafmilderungsgrund. Eine spezialisierte Kanzlei hilft dabei, Verhandlungen
    mit den Finanzbehörden aufzunehmen und Rückzahlungen rechtzeitig zu leisten.
 2. **Kooperation und Geständnis**
    Ein Geständnis oder eine Selbstanzeige kann erheblich
    zur Strafmilderung beitragen. Es ist jedoch entscheidend, dass diese Schritte sorgfältig
    geplant und strategisch durchgeführt werden, um Verfahrensfehler zu vermeiden.
 3. **Individuelle Strafmilderungsgründe hervorheben**
    Neben der Schadenswiedergutmachung
    können auch persönliche Umstände, wie berufliche und familiäre Konsequenzen, in
    die Verteidigungsstrategie einfließen. Eine spezialisierte Kanzlei stellt sicher,
    dass alle relevanten Aspekte angemessen berücksichtigt werden.
 4. **Richtige Prozessstrategie entwickeln**
    Jeder Fall erfordert eine maßgeschneiderte
    Verteidigungsstrategie. Von der Kommunikation mit den Behörden bis hin zur Entscheidung,
    ob ein Rechtsmittel eingelegt wird, muss jedes Detail durchdacht sein.

#### Fazit

Das Urteil des Landgerichts Oldenburg zeigt deutlich, dass auch bei Steuerhinterziehungen
über der Millionengrenze eine Bewährungsstrafe möglich ist. Die Strafzumessung im
Steuerstrafrecht hängt stets von den individuellen Umständen des Falls ab. Entscheidend
ist, dass frühzeitig eine spezialisierte Kanzlei eingeschaltet wird, die alle Chancen
auf eine Strafmilderung ausschöpft.

Als auf Steuerstrafrecht spezialisierte Kanzlei hilft [Legal Defenders](https://www.legaldefenders.de/)
Mandanten, ihre Rechte zu sichern und das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Gerade
im komplexen Steuerstrafrecht zählt jedes Detail – zögern Sie nicht, frühzeitig 
professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

## Beitragsnavigation

[Im Fokus der Staatsanwaltschaft – Subventionsbetrug](https://www.legaldefenders.de/blog/im-fokus-der-staatsanwaltschaft-subventionsbetrug/)

[Steuerhinterziehung bei Steuerberatern – Berufsrechtliche Folgen](https://www.legaldefenders.de/blog/steuerhinterziehung-bei-steuerberatern-berufsrechtliche-folgen/)