Title: Straf- und Bußgeldrechtliche Risiken bei Influencern: Ein Überblick
Author: RegioHelden
Published: 7. Juni 2024
Last modified: 17. Juli 2024

---

# Straf- und Bußgeldrechtliche Risiken bei Influencern: Ein Überblick

 Veröffentlicht am 7. Juni 202417. Juli 2024

Die Welt der sozialen Medien hat eine neue Berufsgattung hervorgebracht: den Influencer.
Diese Personen nutzen ihre Online-Präsenz, um Produkte zu bewerben, Meinungen zu
teilen und eine engagierte Follower-Basis aufzubauen. Doch neben den vielen Möglichkeiten
und dem Glamour dieses Berufs stehen Influencer auch vor diversen rechtlichen Herausforderungen,
insbesondere im Bereich des Straf- und Bußgeldrechts. In diesem Beitrag beleuchten
wir einige der wichtigsten straf- und bußgeldrechtlichen Risiken, denen Influencer
ausgesetzt sind.

**1. Kennzeichnungspflichten und Schleichwerbung**

Eines der häufigsten Risiken für Influencer liegt in der Schleichwerbung. Nach dem
Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) müssen Influencer Werbung eindeutig
als solche kennzeichnen. Verstöße gegen diese Kennzeichnungspflicht können als Schleichwerbung
betrachtet werden und sowohl straf- als auch bußgeldrechtliche Konsequenzen nach
sich ziehen.

**a. Rechtliche Grundlagen**

Gemäß § 5a Abs. 6 UWG muss Werbung klar erkennbar und vom übrigen Inhalt der Medienangebote
eindeutig getrennt sein. Dies bedeutet, dass Posts, Videos oder Stories, die Werbeinhalte
enthalten, als solche gekennzeichnet werden müssen, z.B. durch Begriffe wie „Werbung“
oder „Anzeige“.

**b. Konsequenzen bei Verstößen**

Verstöße gegen diese Vorschrift können zu Abmahnungen, Unterlassungsklagen und empfindlichen
Geldbußen führen. Darüber hinaus kann es auch strafrechtliche Konsequenzen haben,
wenn der Verdacht der Irreführung der Verbraucher besteht.

**2. Urheberrechtsverletzungen**

Influencer nutzen häufig Fotos, Videos, Musik und andere Inhalte, um ihre Beiträge
attraktiver zu gestalten. Dabei besteht ein erhebliches Risiko von Urheberrechtsverletzungen.

**a. Verwendung fremder Inhalte**

Die unbefugte Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke ohne entsprechende Lizenz
oder Zustimmung des Rechteinhabers kann zu Abmahnungen und Schadensersatzforderungen
führen. Dies betrifft insbesondere die Verwendung von Bildern, Musik oder Videos
Dritter.

**b. Konsequenzen**

Neben zivilrechtlichen Ansprüchen kann die unerlaubte Nutzung urheberrechtlich geschützter
Werke auch strafrechtliche Folgen nach § 106 UrhG haben, die von Geldstrafen bis
hin zu Freiheitsstrafen reichen können.

**3. Steuerrechtliche Risiken**

Auch Influencer sind verpflichtet, ihre Einkünfte korrekt zu versteuern. Steuerrechtliche
Verstöße können erhebliche straf- und bußgeldrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

**a. Nichtdeklarierte Einnahmen**

Einkünfte aus Kooperationen, Affiliate-Links oder Produktplatzierungen müssen ordnungsgemäß
versteuert werden. Werden diese Einnahmen nicht beim Finanzamt angegeben, kann dies
als Steuerhinterziehung gemäß § 370 AO gewertet werden.

**b. Konsequenzen**

Steuerhinterziehung kann mit hohen Geldstrafen und im schlimmsten Fall mit Freiheitsstrafen
geahndet werden. Influencer sollten daher alle Einnahmen korrekt erfassen und sich
bei Bedarf steuerlich beraten lassen.

**4. Datenschutzverletzungen**

Der Umgang mit personenbezogenen Daten ist ein weiteres sensibles Thema. Influencer
müssen sicherstellen, dass sie die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) einhalten.

**a. Verarbeitung personenbezogener Daten**

Bei Gewinnspielen, Newsletter-Anmeldungen oder der Nutzung von Tracking-Tools müssen
Influencer sicherstellen, dass sie die Einwilligung der Betroffenen einholen und
die Daten sicher verarbeiten.

**b. Konsequenzen bei Verstößen**

Verstöße gegen die DSGVO können zu erheblichen Bußgeldern führen. Die Datenschutzbehörden
können bei Verstößen Geldbußen von bis zu 20 Millionen Euro oder 4 % des weltweiten
Jahresumsatzes des Unternehmens verhängen.

**Fazit**

Influencer stehen vor einer Vielzahl straf- und bußgeldrechtlicher Risiken. Eine
umfassende Kenntnis der rechtlichen Anforderungen und eine sorgfältige Compliance
sind unerlässlich, um rechtliche Probleme zu vermeiden. Influencer sollten sich 
regelmäßig rechtlich beraten lassen und im Zweifelsfall Experten hinzuziehen, um
die vielfältigen rechtlichen Herausforderungen in diesem schnelllebigen und dynamischen
Berufsfeld erfolgreich zu meistern. Präventive Maßnahmen wie Schulungen, rechtliche
Überprüfungen von Inhalten und eine enge Zusammenarbeit mit Anwälten und Steuerberatern
sind entscheidend, um straf- und bußgeldrechtliche Risiken zu minimieren.

## Beitragsnavigation

[Straf- und Bußgeldrechtliche Risiken im Baugewerbe: Ein Überblick](https://www.legaldefenders.de/blog/straf-und-bussgeldrechtliche-risiken-im-baugewerbe-ein-ueberblick/)

[Straf- und Bußgeldrechtliche Risiken im Bereich des Außenwirtschaftsrechts](https://www.legaldefenders.de/blog/straf-und-bussgeldrechtliche-risiken-im-bereich-des-aussenwirtschaftsrechts/)